„Strukturwandel der Textilindustrie“ – ein Schlagwort, das Studierenden des Textil- und Bekleidungsmanagements bestens vertraut ist. Doch was bedeutet dieser Wandel konkret für ein Unternehmen? Und wie gelingt es einem mittelständischen Betrieb, sich grundlegend neu auszurichten?

Diesen Fragen widmete sich Michael Steidle, Geschäftsführer von Mayer TechConcepts, in einem Seminar für Studierende des Studiengangs Textil- und Bekleidungsmanagement an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

In zwei Veranstaltungen – einer Vorlesung an der Hochschule und einem Praxistag bei Mayer TechConcepts – berichtete Steidle aus eigener Erfahrung. Er schilderte den Weg des Unternehmens: von der Textildruckerei, die sein Schwiegervater 1974 gründete und erfolgreich aufbaute, über die Herausforderungen der 1990er Jahre mit der Abwanderung der Textilindustrie bis zur Unternehmensübernahme durch ihn und seine Frau Claudia Steidle im Jahr 2002. Damals waren neue Antworten gefragt. Die Lösung: die Positionierung als Systemanbieter für technische Textilien sowie innovative Beschichtungslösungen mit Aktorik und Sensorik.

Smart Textiles: Potenzial am Standort Deutschland
Treiber dieses Wandels sei vor allem die Globalisierung gewesen, erklärte Steidle. Gleichzeitig hätten Automatisierung und effiziente Produktionsprozesse in Deutschland die Wertschöpfung bei spezialisierten, funktionalen Textilien gestärkt.

Zu diesem Bereich zählen die sogenannten Smart Textiles – Textilien mit zusätzlichen Funktionen, etwa durch integrierte Sensorik, Aktorik, leitfähige Beschichtungen oder Heizfunktionen. Dieser Markt biete große Chancen, zitierte Steidle Erkenntnisse des Centre for European Economic Research (ZEW). Vorteile des Standorts Deutschland seien insbesondere die hohe Innovationskompetenz und das spezialisierte Fachwissen.

Praxistag bei Mayer TechConcepts
Kurz vor Weihnachten besuchten die Studierenden Mayer TechConcepts am Standort Meßstetten-Unterdigisheim. Michael Steidle führte sie durch den unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungsbereich und gab Einblicke in die regelmäßigen Innovationsprozesse. Dabei war auch Praxis gefragt: Die Studierenden führten eigene Versuche und Tests durch.

Ziel sei es, so Steidle, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens zu sichern. Mayer TechConcepts bezog 2002 einen energieeffizienten Erweiterungsbau, entwickelt eigene Bio-Polyurethane und arbeitet nach Managementsystemen wie ISO 9001 und ISO 14001. „Durch die Kombination unserer Unternehmenskultur, unseres Print-Know-hows sowie unserer Kompetenz in Elektronik und Leitfähigkeit haben wir eine klare Nische besetzt“, so der

Chancen und Herausforderungen im Hightech-Textilsegment
Klassischer Bekleidungsdruck biete in Deutschland kaum noch wirtschaftliche Perspektiven – Smart Textiles und technische Textilien hingegen schon. Um weitere Geschäftsfelder zu erschließen, setzt Mayer TechConcepts auf strategische Partnerschaften, etwa mit Unternehmen aus der Automobil-, Medizin- oder Möbelindustrie. „Unsere Kombination aus